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Klassischer Behandlungsverlauf für orthopädische Patienten mit eingeschränkter Mobilität

Zwar gibt es sicherlich keinen richtigen oder falschen Weg, um einen Patienten zu behandeln, solange die Behandlung an die Diagnose und die Ziele des Patienten angepasst ist, es gibt jedoch einen bestimmten Ablauf für allgemeine Behandlungen an dem man sich orientieren könnte.

In diesem Beitrag werden wir in Kürze einen sehr grundlegenden Aufbau und eine Struktur für Patienten mit eingeschränkter Mobilität einschließlich eines Basisplans für einen Patienten mit eingeschränkter Kniebeugung (aufgrund des Kapselmusters des Knies) erläutern.


Allgemeiner Aufbau:

Einführung / Aufwärmen

Hauptteil

Abschließender Teil

"Hausaufgaben" / Selbstmanagement fördern


Angepasst an einen orthopädischen Patienten mit eingeschränkter Mobilität könnte dies so aussehen:

  1. Aufklärung (über das Behandlungsziel und die Verletzung / Pathologie;

  2. Detonisation des Antagonisten)

  3. Optimierung / Wiederherstellung der Arthro- und Osteokinematik (zB über MT Techniken)

  4. Aktivierung / Stärkung des Agonisten, Schulung der intra- und intermuskulären Koordination (zB Beinachsentraining)

  5. Unterrichten von Selbstmanagement, manuellen Techniken und Übungen, die der Patient alleine ausführen kann.


Um sich insbesondere auf das Knieflexionsdefizit zu konzentrieren, könnte ein detaillierterer Plan* wie folgt aussehen:

  1. Dem Patienten erklären, dass die Kniebeugung normalerweise die erste Bewegung ist, die begrenzt ist, insbesondere wenn sie auf Arthrose oder andere degenerative, nicht traumatische Prozesse zurückzuführen ist.

  2. Mit Massage- und manuellen Techniken, um den Tonus des Quadriceps Femoris zu reduzieren.

  3. Manuelle therapeutische Techniken verwenden, um das Rollen der Femurcondylen und das Gleiten des Tibiaplateaus zu verbessern. Passive Durchführung der Kniebeugung (angepasst an mögliche Schmerzen** des Patienten!)

  4. Aktiv: Stärkung der Mm. ischiocrurales, M. popliteus und M. gastrocnemius, insbesondere durch Übungen im geschlossenen System und mit dreidimensionalen, funktionellen Übungen. Übungen sollten nicht über- oder unterschwellig sein, sondern müssen genau die richtige Intensität und Schwierigkeit aufweisen. Während wir an einer Datenbank für Übungen arbeiten, muss jede Übung an jeden einzelnen Patienten angepasst werden (mehr zur Übungsmodifikation hier!), zB über die Ausgangsposition (Rücken- oder Bauchlage, Sitzen, Stehen, Knien, ...), Belastung (gegen die Schwerkraft oder mehr), Austausch von Punctum Mobile und Punctum Fixum, Verwendung instabiler Unterlagen wie Wackelbretter zur Verbesserung der Koordination und Stabilität, ...

  5. Erläuterung, Erleichterung und Verbesserung des Selbstmanagements und der Selbstmobilisierung des Patienten, indem dem Patienten einfache manuelle Techniken beigebracht werden und wie die Übungen (siehe 3.) zu Hause selbst durchgeführt werden.

Denk dran: Ein vollständiger* Behandlungsplan in der Schule beinhaltet viel mehr: eine noch detailliertere Struktur und alle Arten von Techniken, Materialien und Berufen; zum Beispiel Ergotherapeuten, Psychologen oder Personal Trainer. Ein Behandlungsplan sollte, besonders wenn du dich noch in der Ausbildung befindest, kreativ sein und mögliche finanzielle Einschränkungen ignorieren.

Die Behandlung muss so effizient und effektiv wie möglich sein, insbesondere in Ländern, in denen Patienten aufgrund von Kassenregelungen nur in begrenztem Umfang behandelt werden (z. B. Die 6 Behandlungseinheiten in Deutschland).

Es ist einfacher, bei diesem klassischen Aufbau zu bleiben, während du deine ersten Behandlungspläne schreibst, um sicher zu gehen, dass man nichts wichtiges vergisst. In der Zukunft kann man ja immer noch davon abweichen oder gar keine Behandlungspläne mehr aufschreiben. Aber es ist hilfreich und notwendig, um zu lernen, wie die Behandlungen zu Beginn geplant werden und es wäre auch schade wenn man in Zukunft immer nur 0815 behandelt, anstatt wirklich zu probieren dem Patienten etwas mit auf den Weg zu geben.

Behandlungspläne für andere Erkrankungen und medizinische Fachbereiche werden anders aussehen, die Grundeinteilung (siehe Einleitung, Hauptteil, ...) gilt jedoch weiterhin.



*Jeder Behandlungsplan sollte individuell an den Patienten angepasst sein. Also nicht auf die Idee kommen, diesen ohne Anpassungen in die Praxis zu übernehmen.


** Zu Behandlungen von Schmerzpatienten, insbesondere in der Orthopädie werden noch weitere Beiträge kommen. Es kann auch wichtig sein, NICHT schmerzadaptiert zu arbeiten bzw Desensibilisierungstechniken vordergründig mit einzubeziehen.

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