• Lara

Dosierte Herz-Kreislauf-Therapie/ Frühmobilisation bei Herzpatienten

Aktualisiert: 21. Juli 2020

Quasi: Bewegen in intermettierender Dauerform; reaktive Anpassungsmechanismen des vegetativen Nervensystems (während der Bewegung)

Ziele:

  1. Vermeiden von Komplikationen/ Folgeschäden der Bettruhe

  2. Vorbereitung auf ADL Belastungen

  3. Langsame Steigerung der Leistungsfähigkeit in Abhängigkeit von der individuellen Belastbarkeit


Stufen:

  1. Stufe: absolute Bettruhe Durchführung im Liegen + 12 Herzschläge pro Minute mehr als in Ruhe

  2. Stufe: aufgelockerte Bettruhe im Sitz Pulsanstieg bis zu 20 Schläge/Minute mehr als in Ruhe

  3. Stufe: aufgehobene Bettruhe Sitz, Gehen, Treppe Pulsanstieg bis zu 30 Schläge/ Minute mehr


Bewegungskriterien:

  • Immer dynamisch

  • Nicht endgradig → keine harten Bewegungen

  • Fließend, harmonisch

  • Zügiges Bewegungstempo

  • Dosiert steigern, von distal nach proximal → immer befundorientiert, an den Patienten anpassen!

Bsp. Ablauf Stadium 1: ASTE: RL, Kopfteil oben lassen („Herzbett“)

  1. Pulsmessung & Dokumentation vom Ruhepuls

  2. Beginn an der Unteren Extremtität: OSG: DEX/PLF Knie: Ext/ Flex mit schleifender Ferse Hüftgelenk: Abd/Add im Wechsel (re/li) 2 Sätze, 15 Wdh., dazwischen 15sek Pause

  3. Pulsmessung & Dokumentation

  4. 3 Minuten Pause (Atemtherapie zur Entspannung; zB. Abhebeprobe, Schnelles Lagern)

  5. Obere Extremität: Handgelenke: DEX/PFL Ellenbogen: Ex/Flex; Pro/Supi (parallel, abwechselnd) Schulter: Abd/Add mit kurzem Hebel Schulter rechte Hand zur linken Schulter und umgekehrt 2 Sätze, 15Wdh, dazwischen 15sek

  6. Pulsmessung & Dokumentation

  7. Pause & Atemtherapie (3Min)

  8. Pulsmessung & Dokumentation → sollte hier wieder bei Ruhepuls sein! Wenn nicht, dann beim Patienten warten und nochmal messen, bis der Puls wieder auf Ruhefrequenz ist.


Bsp. Ablauf Stadium 2:

ASTE: Pat. liegt mit erhöhtem Kopfteil (Herzbett)

  1. Befinden erfragen, Vitalwerte (Puls, Blutdruck, evtl Atemfrequenz)

  2. Kreislauf aktivieren: 1x20Wdh. DEX im OSG, 1x20Wdh im Knie abwechselnd li/re

  3. Transfer in die Seitlage und dann in den Sitz

  4. Vitalwerte kontrollieren (ingesamt in der Therapie max. Anstieg von 20p/min)

  5. Kreislaufaktivierung im Sitz

  6. Transfer in den Stand

  7. Dynamischer Transfer auf einen Stuhl

  8. Vitalwerte

  9. Sitz einstellen

  10. OSG DEX/PLF Knie Flex/Ext Hüftgelenk Flex/Ext → immer 15Wdh, dann 15sek Pause

  11. Vitalwerte

  12. Kutschersitz/ Atemerleichternde ASTE im Sitz für die Pause, AT zB Kontaktatmung usw

  13. Ellenbogen Ext/Flex Laufbewegung i.d. Schulter Schulterkreisen vor/zurück (Achtung, bei manchen OPs ist Schulter Flex/Abd über 90° kontraindiziert) → immer 15Wdh, dann 15sek Pause

  14. Vitalwerte

  15. Langsam zurück transferieren ins Bett


CAVE/ Beachtepunkte:

  • Vermeiden von Pressatmung

  • Verbessern der Entspannungsfähigkeit

  • Erkennen von eigenen Belastungsgrenzen schulen


Zeichen der Überanstrengung:

  • Dyspnoe

  • Schwitzen/ Kaltschweißigkeit

  • Weißes Herzdreieck

  • Störung der Koordination, Zittern,

  • Rötung von Haut und Gesicht

  • Angina Pectoris

  • Übelkeit

  • Zyanose, Blässe

  • Kopfschmerzen, Schwindel

  • Weiche Knie, einsacken

  • Pulsabweichungen über 120/ unter 40 (oder er fällt mit zunehmender Belastung)

Pausen (kurz & knapp → mehr später in TL):

  • Vollständige Pausen: vollständige Regeneration, Ruhepuls danach wieder!

  • Unvollständige Pausen: unvollständige Regeneration, aber lohnende Pause, da nach einem Drittel der Erholungszeit bereits 2/3 der Erholung stattfindet.

Indikationen:

kommen später :)

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