• Lara

Das Becken, ISG und der Beckenboden

Aktualisiert: Nov 15

Beteiligte Knochenstrukturen:

  1. Os Ilium

  2. Os Ischium

  3. Os Pubis

  4. (Os Sakrum)

Os ilium, ischium und pubis bilden zusammen Os Coxae. Beide os coxae werden dorsal vom Sakrum und anterior von der Symphyse verbunden.


Allgemeines zum Becken:

  • Bildet einen "Ring", der die Last des Körpers von der Wirbelsäule auf die Beine überträgt.

  • Becken der Frau ist flacher, breiter und weiter. Der Arcus pubicus (der Winkel der auf dem unteren Bild zwischen den beiden Rami inferior ossis pubis ist) beträgt 90-100°.

  • Beim Mann beträgt dieser Winkel <90° und das Becken ist allgemein hoch, schmal und eng.


→ Knochenpunkte von lateral:


→ Knochenpunkte von anterior:



Bewegungen in diesem Körpersegment:

  • Beckenkippung und -aufrichtung → finden vor allem im Hüftgelenk statt

  • Beckenkippung → auch "anterior pelvic tilt", wenn man sich ein Becken (am Skelett zB) vorstellt, dann hilft vielleicht die Idee, dass man nach vorn Wasser ausschüttet. Quasi das was passiert, wenn man ein Hohlkreuz macht.

  • Beckenaufrichtung → Schambein wird nach oben gezogen, Bauchmuskulatur nähert sich an. Auf Englisch auch "posterior pelvic tilt".

  • Das Becken ist auch zum Teil involviert, wenn es an Zirkumduktion, Elevation, Depression und Lordose/Delordose angeht, aber hier sind die Hauptgelenke LWS und Hüftgelenk.


Welche Gelenke gibt es innerhalb der Beckenknochen:

  • ISG/ SIG: Amphiarthrose

  • Symphyse: Synchondrose (mit einem Discus)


Bewegungen innerhalb des Beckens:

  • Nutation: Das Sakrum "kippt" quasi oben nach vorn, unabhängig von den Ilii

  • Kontranutation: Das Sakrum "kippt" oben nach hinten, unabhängig von den Ilii

  • Ilium anterior: ein Ilium kippt separat vom Sakrum nach vorn (die SIAS quasi nach vorn unten)

  • Ilium posterior: ein Ilium kippt separat vom Sakrum nach hinten (die SIAS quasi nach hinten oben)

  • Outflare: Bezeichnet sich nach den Cristae iliaca! Dh. wenn die Cristen sich voneinander entfernen (quasi so "Aufklappen"), dann ist es ein Inflare → die Tuben (tuber ischidiacum) gehen unten zusammen.

  • Inflare: Die Cristen gehen oben zusammen, dh. die Tuben entfernen sich voneinander. → Während der Geburt bräuchte man quasi ein Inflare, um Raum zu schaffen.

Achtung: Was hier beschrieben wird, sind die Bewegungen des ISGs und des SIGs (in der manuellen werden die als unterschiedliche Gelenke bezeichnet, ich selbst hab bisher nicht so richtig verstanden warum, da sie ja dieselben Gelenkpartner und den selben "Gelenkspalt" teilen. Zusätzlich ist der Range of Motion (Bewegungsausmaß) hier ausgesprochen gering und das ISG ist ein Gelenk, dass in zunehmendem Alter auch verknöchert (physiologisch). Diese Bewegungen sind nicht reliabel palpierbar und viele Befundtechniken wie Vorlauftests & Co sind stark umstritten und gelten bisher nicht als reliabel, wiederholbar und Untersucher-unabhängig. Man kann sie natürlich als Provokationstest nutzen, aber das ganze Thema bedarf einer sehr kritischen Betrachtung.



Bänder des Beckens:

  1. ligg. iliolumbale

  2. ligg. sacroiliaca anterior (auf der Rückseite liegen dann die ligg. sacroiliaca posterior)

  3. ligg. sacrotuberale

  4. ligg. sacrospinale

  5. ligg. inguinale

  6. Ligamente über der Symphyse

→ insgesamt 7! (sh. 2.)



Die Beckenbodenmuskulatur:

a) Diaphragma pelvis (die "innerste" Schicht):

  • M. ischiococcygeus

  • M. levator ani: 1. M. puborectalis 2. M. pubococcygeus 3. M. iliococcygeus

b) Diaphragma urogenitale (die "mittlere" Schicht):

  • M. transversus perinei profundus

  • M. transversus perinei superficialis


c) Sonstige (Schließmuskelschicht):

  • M. bulbospongiosus

  • M. ischiocavernosus

  • M. sphincter ani externus (liegt relativ tief!)

→ Theoretisch auch die "äußere" Schicht, aber nicht so klar

auf einer Ebene, wie die anderen beiden Gruppierungen.


Die Beckenbodenmuskulatur besteht aus drei Schichte, die das kleine Becken nach Claudio verschließen.




Lerntipp (oder eher ein Lernen-auf-Lücke-Tipp):

Ich werde und würde die Beckenbodenmuskeln vor allem schematisch lernen, mich für Ansatz- und UrsprungsGRUPPEN entscheiden und so anhand von Gemeinsamkeiten und Unterschieden lernen. Ich denke, dass es auch für das praktische Arbeiten (bis auf vielleicht in manchen Gyn-Arbeitsplätzen) egal ist. Die Veranschaulichung dass man die Tuber ischiadici zusammen zieht oder Kreuzbein und Symphyse annähert, hilft vielen Patient*Innen in der Gyn, aber genaue Ursprünge und Ansätze brauche ich dafür nicht... Aber bevor ihr euch für solche "Lücken" im Lernen entscheidet, geht sicher was der Erwartungshorizont eurer Dozent*Innen und Prüfer*Innen ist! :)


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