COPD aus Sicht einer Atemtherapeutin

Definition:

→ Die COPD ist eine Lungenerkrankung, die durch eine chronische Atemwegsobstruktion mit eingeschränktem Airflow gekennzeichnet ist, welche die normale Atmung beeinträchtigt und nicht völlig reversibel ist. (vgl. WHO, 08/21)

Schweregrad nach Einteilung der Lungenfunktion GOLD (I-IV)

  • GOLD I: FEV1 (Lungenfunktion, sogenannte forcierte 1-Sekunden Kapazität: beschreibt die Luftmenge, die der Pat. mit maximaler Kraft innerhalb 1 Sek. ausatmen kann) > 80 % des Normalwertes (also der altersentsprechenden normalen Lungenfunktion).

  • GOLD II: mittelschwere COPD, FEV1 50 % des Normalwertes.

  • GOLD III: FEV1 30 % des Normalwertes.

  • GOLD IV: FEV1 < 30% des Normalwert. (vgl. Globale Initiative für chronisch-obstruktive Lungenkrankheiten, Leitfaden 2017)


Pathogenese/ Risikofaktoren:

  • Tabakrauch

  • Verschmutzung der Innenraumluft

  • Berufsbedingte Expositon

  • Verschmutzung der Außenluft

  • Genetische Faktoren

  • Alter und Geschlecht (je älter desto wahrscheinlicher, Frauen > Männer)

  • Lungenwachstum- und -entwicklung

  • Soziokonomischer Status

  • Asthma und Hyperreagibilität der Atemwege

  • Chronische Bronchitis

  • Infektionen

(vgl. Globale Initiative für chronisch-obstruktive Lungenkrankheiten, Leitfaden 2017)

Therapieziele:

  • Edukation über eigenes Krankheitsbild

  • Selbstmanagement (auch in akuten Situationen)

  • Rehabilitation

  • Bestmögliche Ventilation

  • Verhinderung von Atelektasen/Dyslektasen

  • Förderung/Erhalt der Thoraxbeweglichkeit

  • Erhalt/Aufbau von Muskelkraft (v.a. Diaphragma)

Praktische Herangehensweisen:

  • Unterstützung der Einatmung:

  • Lagerung (z.B. VATI passiv oder Mondsichellagerung/Drehdehnlagerung aktiv)

  • Mobilisation

  • Air Stocking

  • Hustenassistenz (z.B. mit Beatmungbeutel)

  • Erlernen der Bauchatmung (mittels Kontaktatmung) in verschiedenen ASTEN

  • Kontaktatmung

Unterstützung der Ausatmung:

  • Dosierte Lippenbremse (Achtung bei RR Erhöhung!!)

  • Phonation auf Vokale oder Konsonanten

  • PEP-Systeme (z.B. Strohhalm) (Achtung bei RR-Erhöhung!!)

  • Huffing (Hauchen mit geöffneter Glottis)

  • Kaskadenhusten (drei- bis viermal, Bei COPD-Pat. mit instabilen Atemwegen würde der normale Husten ein Aitrapping fördern)

  • assistives Husten (PT komprimiert den Brustkorb des Pat. bei Expriation)

  • Hilfsmittel (z.B. Cornet, Flutter oder Ypsitrainer)

(Bei Infekten: Sekretmobilisation)

  • Atemluftbefeuchter

  • Warme Getränke

  • Inhalation mit NaCl

  • Oszillation (die Wirkung von Klopfungen und Vibrax auf die Blutgase sind wissenschaftlich widerlegt und dienen höchstens zur Entspannung mit der richtigen Kommunikation bei fortgeschrittener COPD unterstützend wirksam.)) (vgl. Handbuch Physiotherapie) (vgl. Effects of Vibrax (Mechanical Vibrations) on the Arterial Blood Gases of Patients in the Intensive Care Unit after Cardiac Surgery, Fahrenbacher et al, 09/16)

Hier gehts zu der genannten Leitlinie: http://goldcopd.org/wp-content/uploads/2016/04/wms-GOLD-2017-German-Pocket-Guide.pdf Liebe Grüße, Katja Prelovsek

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